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Steuerberater: Für wen sich ein Experte lohnt

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Was sind außergewöhnliche Belastungen? Lohnt es sich, alle Belege über Medikamente aufzubewahren und einzureichen? Welche Versicherungsbeiträge können geltend gemacht werden? Was gehört zu den Sonderausgaben? 

Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert. Manche Steuerpflichtige sind mit der eigenen Steuererklärung überfordert, andere wollen sich nicht selbst damit beschäftigen – und suchen professionelle Unterstützung. Wir erklären, was einen guten Steuerberater ausmacht und wann er einzuschalten ist.

 

Zusammenfassung:

1. Definition: Steuerberater

  • a. Wann ist kein Steuerberater nötig?

2. Alternative Lohnsteuerhilfeverein

  • a. Wann benötigt man einen Steuerberater?

3. Rechtsberatung durch einen Steuerberater

4. Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung vom Steuerberater

 

 

 

1. Definition: Steuerberater

 

Als Steuerberater (StB) wird der Angehörige eines freien Berufs bezeichnet, der in steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen berät und seine Mandanten vor der Finanzverwaltung sowie der Finanzgerichtsbarkeit vertritt. Der Beruf des Steuerberaters zählt in Deutschland und Österreich zu den klassischen Kammerberufen mit besonders strengen berufsrechtlichen Zugangsregelungen. Die Berufsbezeichnung Steuerberater ist gesetzlich geschützt.

 

 

Wann ist kein Steuerberater nötig?

 

Die Steuersituation der meisten Arbeitnehmer ist gar nicht so kompliziert, weshalb sie oft ihre Steuererklärung selbst erledigen könnten. Wer seine Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen will und, bei dem ansonsten keine großen Besonderheiten vorkommen, kann seine Steuererklärung auch allein erstellen. Das funktioniert hervorragend über die Online Finanzamtplattform Elster oder eine Steuersoftware. 

 

 

2. Alternative Lohnsteuerhilfeverein

 

Die meisten Angestellten, Rentner und Pensionäre, die keine Lust haben, die Steuererklärung selbst zu erstellen, aber Hilfe in Steuersachen benötigen, können Mitglied in einem Lohnsteuerhilfeverein werden. Dieser erstellt für Arbeitnehmende, Beamte, Auszubildende, Studierende, Pensionäre, Rentner und Unterhaltsempfänger die Einkommensteuererklärung. Meist zahlen die Steuerpflichtigen eine geringe Vereinsaufnahmegebühr sowie einen Jahresbeitrag, der sich nach ihrem Bruttoeinkommen richtet. Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag beträgt laut Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine etwa 150 Euro. Bis 100 Euro sind die Steuerberatungskosten komplett absetzbar. Ab Beträgen von 202 Euro ist eine weitere Vereinfachungsregelung der Finanzämter besser. Dann kann die Hälfte der Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden.

 

Der Verein kann den gesamten Schriftverkehr mit dem Finanzamt abwickeln. Auch Einspruchs- und Klageverfahren kann er übernehmen. Selbstständige und Gewerbetreibende oder Arbeitnehmer mit Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit dürfen die Vereine nicht beraten. Sie sind das klassische Klientel von Steuerberatern.

 

Wer als einzeln veranlagter Arbeitnehmer insgesamt weitere Einkünfte von mehr als 18.000 Euro im Jahr hat, zum Beispiel aus Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen, darf vom Lohnsteuerhilfeverein auch nicht beraten werden. Dann sollte man nach einem Steuerberater suchen.

 

 

Wann benötigt man einen Steuerberater?

 

Wer eine Steuererklärung abgeben muss, muss sich an die allgemeine Abgabefrist halten. Die ist im Normalfall am 31. Juli des Folgejahres festgelegt. Wenn jedoch ein 

 

Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater die Steuererklärung erstellt, dann kann man automatisch von einer siebenmonatigen Fristverlängerung profitieren – und zwar bis Ende Februar Folge-Folgejahres. 

 

Wegen der besonderen Belastung der Steuerberater aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Abgabefrist für die Steuererklärung 2019 ausnahmsweise um sechs Monate verschoben. Sie endet erst am 31. August 2021. Für die Steuererklärung 2020 gibt es eine allgemeine dreimonatige Fristverlängerung. Wird sie vom Steuerberater erstellt, muss sie bis zum 31. Mai 2022 beim Finanzamt eintreffen.     

 

Es gibt eine Reihe von Sonderfällen, bei denen das spezielle Wissen eines Steuerberaters gefragt ist. Das gilt beispielsweise für

 

  • Grenzgänger, die zum Beispiel in Deutschland wohnen, aber in der Schweiz oder in Österreich arbeiten
  • Arbeitnehmer, die zumindest teilweise im Ausland beschäftigt sind
  • Eigenheimbesitzer, die mit ihrer Solaranlage auf dem Hausdach Strom produzieren und diesen ins Netz einspeisen – mit der Konsequenz, dass sie möglicherweise neben der Einkommensteuererklärung auch eine Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung abgeben müssen
  • Kapitalanleger, die im Ausland Geld angelegt haben und die Quellensteuer zurückholen möchten
  • diejenigen, die Geld etwa in geschlossene Fonds, Denkmalschutzobjekte oder anderen Steuersparmodelle investiert haben
  • Eltern, die zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens verschenken möchten
  • alle Erbfälle.

 

Manche Berufsgruppen mit Besonderheiten auf der Einnahmen- und Ausgabenseite benötigen ebenso speziellen Rat. Ob der ausgewählte Steuerberater die dafür nötige Spezialisierung mitbringt, sollte in einem Erstgespräch geklärt werden.

 

Selbstständige und jeglicher Couleur kommen meist an einem Steuerberater nicht vorbei. Zu den wichtigsten Dienstleistungen zählen die Finanzbuchhaltung, die Erstellung des Jahresabschlusses oder der Einnahmenüberschussrechnung, die Lohnabrechnung, die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge, die Erstellung der Umsatzsteuer-Voranmeldungen, der Umsatzsteuer-Jahreserklärung, Gewerbe-, Einkommen- und Körperschaftssteuererklärung. Oft kommen noch die Liquiditätsplanung, betriebswirtschaftliche Auswertungen und vieles mehr hinzu. Insbesondere für Freiberufler und andere Unternehmenskunden ist es von Vorteil, wenn sie auch in Rechtsfragen auf kurzem Wege kompetenten Rat erhalten können.

 

 

3. Rechtsberatung durch einen Steuerberater

 

Ein selbstständiger Elektriker zum Beispiel, der einen Mitarbeiter einstellt, muss sich auch mit einem Anstellungsvertrag und eventuell Fragen zur Kündigung auseinandersetzen. Steuerberater dürfen aber nur eingeschränkt rechtlich beraten, so zum Beispiel in Sozialversicherungsfragen. Um etwa den Status eines Geschäftsführers, ob angestellt oder selbstständig, gerichtlich zu klären, haben Steuerberater keine Vertretungsbefugnis. Das dürfen nur Rechtsanwälte als Volljuristen. In vielen Steuer-Kanzleien gibt es daher mindestens einen Rechtsanwalt; andere kooperieren mit Anwälten.

 

 

4. Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung vom Steuerberater

 

Bei größeren Unternehmen sind oft Leistungen von Wirtschaftsprüfern gefragt, beispielsweise für Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sowie benötigte Testate – insbesondere für den Jahresabschluss. Hinzu kommt das breite Spektrum der betriebswirtschaftlichen Beratung. Berater, die sowohl Steuerberater, Rechtsanwalt als auch Wirtschaftsprüfer sind, dürfen alle Leistungen anbieten. Personen, die alle drei Qualifikationen in sich vereinen, sind allerdings rar: Es gibt nicht einmal 500 in Deutschland. Steuerberater und Anwalt zugleich sind laut Bundessteuerberaterkammer immerhin fast 3.800 Berufsträger.

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