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Bilanzen erstellen

Erstellen von Bilanzen in der Buchhaltung

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Alle Unternehmen und Selbstständige, die wegen ihres Umsatzes oder ihrer Geschäftsform zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, müssen regelmäßig eine Bilanz erstellen. Diese gehört zum Abschluss der Buchhaltung für ein Geschäftsjahr und erfordert einiges an Fachwissen im Rechnungswesen. In diesem Artikel erklären wir wer bilanzierungspflichtig ist und was beim Erstellen einer Bilanz beachtet werden sollte. 

 

Zusammenfassung:

 


1. Die Bilanz als Teil des Jahresabschlusses
 
2. Die Grundlagen bei Bilanzen
 
3. Eröffnungsbilanz, Schlussbilanz und Geschäftsjahr
  • a. Wofür Sie eine Bilanz erstellen
  • b. Wer muss eine Bilanz erstellen?
  • c. Bilanzierungspflicht kraft Geschäftsumfang oder Rechtsform
  • d. Unternehmen ohne Bilanzierungspflicht

4. So ist eine Bilanz aufgebaut

 

 

1. Die Bilanz als Teil des Jahresabschlusses

 

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist die Bilanz für all jene Unternehmen Teil des Jahresabschlusses, die bilanzierungspflichtig sind. Die Bilanz gibt Auskunft über die Kapital- und Vermögensstruktur eines Unternehmens. Das heißt, dass sie darüber aufklärt, wofür Geld ausgegeben und wie Geld eingenommen wurde.

 

Neben der Bilanz und GuV hängen weitere Bestandteile des Jahresabschlusses von der Rechtsform ab. So müssen Kapitalgesellschaften, also die Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und die GmbH den Jahresabschluss um einen Anhang erweitern. Dieser soll mit der Bilanz und der GuV eine Einheit bilden. Darüber hinaus ist ein Lagebericht aufzustellen. Kleine brauchen den Lagebericht nicht aufzustellen, haben hier aber ein Wahlrecht.

 

 

2. Die Grundlagen bei Bilanzen

 

Die Bilanz stellt sich aus der Aktiv- und Passivseite zusammen. Beide Seiten werden in eine Tabelle mit zwei Spalten eingetragen, wobei unter der Aktivseite das Vermögen und unter Passivseite das Kapital ausgewiesen wird. Vermögen bedeutet in diesem Zusammenhang die Mittelverwendung und Kapital gibt Auskunft über die Mittelherkunft.

 

In dieser Tabelle sind keine Mengenangaben enthalten. Lediglich Wertangaben werden in der Bilanz genannt und die Summen beider Seiten müssen übereinstimmen. Das zu übermittelende Resultat der Bilanz bezieht sich jährlich auf den gleichen Stichtag. So unterscheidet sich die Bilanz auch zur GuV, die jeweils immer eine Periode betrachtet. Die Ergebnisse aus der Gewinn und Verlustrechnung werden im Rahmen des Jahresabschlusses in die Bilanz übernommen und im Bereich des „Eigenkapitals“ ausgewiesen. 

 

 

3. Eröffnungsbilanz, Schlussbilanz und Geschäftsjahr

 

Ihre erste Bilanz als Gründer:in ist die Eröffnungsbilanz. Dabei wird das Vermögen und Ihr Kapital zum Gründungszeitpunkt aufgeführt. Darauf aufbauend ergibt sich eine Auflistung mit den Anfangsbeständen der Bestandskosten, die für die doppelte Buchführung nötig ist. Alle Geschäftsvorfälle, die ab dann erfasst werden müssen, müssen ebenfalls in der Bilanz und der GuV dokumentiert werden. Zum Ende eines Jahres wird dann die Schlussbilanz erstellt, die einen Überblick über das gesamte Jahr gibt.

 

Im Normalfall entspricht ein Geschäftsjahr dem Kalenderjahr und beginnt somit am 01.01. und endet am 31.12. Es gibt aber auch Ausnahmen. Ein Geschäftsjahr kann auch zum Ende eines Quartals enden. 

 

 

Wofür Sie eine Bilanz erstellen

Eine Bilanz liefert Informationen für verschiedene Interessent:innen. Sie dient:

  • dem Finanzamt zur Ermittlung der Steuerlast
  • den Anteilseigner:innen als Informationsquelle über zu erwartende Gewinnausschüttungen
  • der Bank zur Bewertung der Kapitalstruktur und Kreditwürdigkeit
  • Geschäftspartner:innen und Gläubiger:innen zur Beurteilung der Unternehmenssituation
  • Ihnen als Unternehmer:in für das Controlling durch Bilanzanalyse.

 

 

Wer muss eine Bilanz erstellen?

Nicht jedes Unternehmen ist zur Bilanzierung verpflichtet. Manche Unternehmer:innen müssen lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) an das Finanzamt übermitteln. Ob ein Unternehmen oder ein:e Selbstständige:r von der Bilanzierungspflicht befreit ist, hängt von der Rechtsform und dem Geschäftsumfang ab.

 

 

Bilanzierungspflicht kraft Geschäftsumfang oder Rechtsform

Ab einem Umsatz von 600.000 Euro oder einem Gewinn ab 60.000 Euro pro Jahr sind Gewerbetreibende und Land- und Forstwirt:innen beispielsweise zur doppelten Buchführung, und entsprechend zur Bilanzierung, verpflichtet. Land- und Forstwirt:innen betrifft das ebenso, wenn der Wert ihrer bewirtschafteten Fläche 25.000 Euro übersteigt.

 

Manche Unternehmen müssen sich wegen ihrer Rechtsform in das Handels- oder Genossenschaftsregister eintragen lassen, was ebenfalls automatisch die Bilanzierungspflicht zur Folge hat. Hier eingeschlossen sind alle eingetragenen Kaufleute, Kapitalgesellschaften sowie Genossenschaften. 

 

 

Unternehmen ohne Bilanzierungspflicht

Die gewerbliche GbR ist eine Ausnahme unter den Personengesellschaften. Wie gewerblich tätige Einzelunternehmer:innen, die keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb benötigen, gelten diese Unternehmen als Kleingewerbe. Um zu beurteilen, ob es sich um eine Kaufmannseigenschaft handelt, sind keine eindeutigen Vorschriften zu erfüllen oder vorzuweisen. Da es nicht auf die Grenzen des § 141 AO ankommt, werden verschiedene Faktoren zur Beurteilung hinzugezogen. Dazu gehören neben Gewinn und Umsatz auch die Anzahl der Mitarbeiter:innen oder die Höhe aufgenommener Kredite. 

 


Sobald ein:e Einzelunternehmer:in aufgrund umfangreicherer Geschäftstätigkeit nicht mehr als Kleingewerbetreibender eingestuft werden kann, muss er/sie sich in das Handelsregister eintragen lassen und wird so zum/zur eingetragenen Kaufmann/-frau (e.K.). Ab dann sind diese Unternehmen zur doppelten Buchführen und Bilanzierung verpflichtet. Lediglich folgende Unternehmen dürfen ihren Gewinn mit der EÜR ermitteln und sind nicht bilanzierungspflichtig:  

  • Kleingewerbetreibende (Einzelunternehmer:in oder GbR)
  • Land- und Forstwirt:innen als Einzelunternehmer:innen, welche die Grenzen des § 141 AO nicht überschreiten
  • Freiberufler:innen und Partnergesellschaften (auch bei hohen Gewinnen)

 

 

4. So ist eine Bilanz aufgebaut

  • § 266 HGB regelt die Gliederung einer Handelsbilanz. Alle dort aufgelisteten Einzelpositionen können individuell weiter aufgegliedert werden, wenn Buchungen so transparenter werden. Positionen, die im § 266 HGB genannt werden aber im Unternehmen nicht existieren, müssen nicht aufgeführt werden. Als grobes Muster für eine Bilanz kann Ihnen folgende Übersicht dienen:  

Buchhaltungstabelle

 

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