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Tipps für die Einkommenssteuer und Berechnungen zum Einkommen

Tipps für die Einkommenssteuer und Berechnungen zum Einkommen

Jeder, der in Deutschland Geld verdient, hat Anteil daran – obwohl die Wenigsten wissen, wie es funktioniert: die Einkommenssteuer. Wer wenig verdient, zahlt wenig Einkommensteuer und wer viel verdient, zahlt mehr, so weit so gut. Was einfach klingt, ist in Wahrheit ein recht kompliziertes Konstrukt. In diesem Beitrag erklären wir daher, was die Einkommenssteuer ist, worauf sie erhoben wird und wie sie funktioniert.

Definition: Einkommenssteuer

Die Einkommensteuer erhebt der Staat auf Einkommen natürlicher Personen, wobei er zugleich sieben unterschiedliche Einkunftsarten erfasst. Dieser Steuer unterliegen z. B. Gehälter sowie Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit. Es handelt sich um eine Gemeinschaftssteuer, die anteilig an den Bund, die Länder und die Kommunen fließt. Unter allen Steuern nimmt sie vor der Umsatzsteuer die wichtigste Position ein, rund ein Drittel aller Steuereinnahmen stammen aus dieser Steuerart. Die gesetzliche Grundlage bildet das Einkommensteuergesetz.

Diese Einkünfte werden bei der Steuer berücksichtigt

Mit der Einkommensteuer besteuert der Staat gezielt die Einkommen, während Steuern wie die Umsatzsteuer als Konsumsteuern fungieren. Für die Einkommenssteuer werden folgende Einkunftsarten herangezogen:

  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Das gilt vor allem für Arbeitnehmer:innen und Beamt:innen.
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, z. B. als Freiberufler:in.
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieben.
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft.
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen.
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.
  • sonstige Einkünfte. Hier zählen z. B. auch Renten.

Die Einkünfte aus diesen sieben Arten ergeben das Gesamteinkommen. Für dieses gilt ein progressiver Steuertarif, der auf dem Gedanken des Leistungsfähigkeitsprinzips beruht. Steuerpflichtige mit einem hohen Einkommen zahlen prozentual einen höheren Steuersatz als Geringverdiener. 

Grundfreibetrag: ab wann muss eine Einkommensteuer gezahlt werden?

Einkommensteuer wird erst ab einer bestimmten Summe fällig. 2021 muss niemand, der/die unter 9.744 Euro pro Jahr verdient, eine Einkommenssteuer zahlen. Dieser so genannte Grundfreibetrag wird regelmäßig erhöht. 

 

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ab dem 9.745sten Euro Einkommen im Jahr eine Steuer entrichtet werden muss. Wichtig bei dieser Rechnung ist, dass Einnahmen und Einkünfte nicht identisch mit dem Einkommen sind. Das heißt: Was z. B. auf der Lohnsteuerbescheinigung steht, ist nur ein Ausgangswert. Wer eine Einkommenssteuererklärung abgibt, kann diesen Wert verringern. Erst was am Ende übrig bleibt, unterliegt der Einkommensteuer. Daher nennt sich dieser finale Wert auch „zu versteuerndes Einkommen“.

Einkommen berechnen

Um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln, also das Geld, auf das am Ende die Einkommensteuer gezahlt werden muss, benötigt das Finanzamt mehrere Schritte. Zunächst verschafft es sich einen Überblick über die Einnahmen und überprüft, welche Einkünfte es sonst noch gab. Hiervon werden eventuelle Werbungskosten und Freibeträge abgezogen und daraus ein Gesamtbetrag der Einkünfte ermittelt.

 

Danach sieht sich das Finanzamt die Einkommensteuererklärung genauer an und zieht von den Einkünften alle Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und weitere Posten ab. Erst danach ist das Einkommen bekannt. Steht hier ein Kinderfreibetrag zu, wird dieser im letzten Schritt berücksichtigt. Am Ende dieser Rechnung steht das zu versteuernde Einkommen.

Einkommensteuertarif ermitteln

Wie viele Steuern für das Jahreseinkommen anfallen, wird mit dem Einkommensteuertarif berechnet. Dabei handelt es sich um einen progressiven Steuertarif. Das heißt: Der persönliche Steuersatz erhöht sich mit steigendem zu versteuerndem Einkommen. Der Einkommensteuertarif beginnt in der Null-Zone, dem Grundfreibetrag. Bis dahin muss keine Einkommensteuer gezahlt werden.

 

Danach liegt der Einkommensteuertarif zwischen 14 Prozent und 45 Prozent. Das bedeutet: Wer sehr wenig Einkommen zu versteuern hat, muss 14 Prozent Steuern zahlen. Wer Spitzenverdiener ist, zahlt den Höchststeuersatz von 42 Prozent bzw. 45 Prozent.

Worum handelt es sich beim Grenzsteuersatz?

Der Grenzsteuersatz, auch Grenzbelastung genannt, gibt den Steuersatz wieder, mit dem der nächste zusätzliche Euro des aktuellen zu versteuernden Einkommens versteuert wird. Das heißt: Unter 9.744 Euro ist der Grenzsteuersatz gleich Null; danach erhöht er sich vom Eingangssteuersatz zum Höchststeuersatz.

 

Der Grenzsteuersatz ist vor allem bei einer Gehaltserhöhung interessant, denn die Einkommensanteile werden nach unterschiedlichen Tarifstufen versteuert. Wenn das Einkommen steigt, kann es daher sein, dass die neuen Einkommensanteile höher besteuert werden, als die bisherigen Anteile und das Gehaltsplus verpufft. Mit dem Grenzsteuersatz kann ermittelt werden, welcher Steuersatz an der Spitze des aktuell zu versteuernden Einkommens wirkt – also was passiert, wenn ein Euro mehr gezahlt wird als zuvor.

Berechnung des Grenzsteuersatzes

Da die Berechnung des Grenzsteuersatzes recht komplex ist, kann es hilfreich sein, eine Einkommenssteuertabelle zu verwenden oder den Einkommenssteuerrechner des Bundesministeriums zu nutzen. 

Gehaltserhöhung richtig nutzen

Ein Gehaltsplus kann beispielsweise in eine Fortbildung oder andere Werbungskosten investiert werden. Auch die Einstellung einer Reinigungskraft könnte sich anbieten. Dadurch kann gleich doppelt profitiert werden, denn die Kosten für Beruf und haushaltsnahe Dienstleistungen dürfen von der Steuer abgesetzt werden. So sinkt das zu versteuernde Einkommen und es bleibt mehr von der Gehaltserhöhung.

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