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Einkommenssteuer

Einkommenssteuer: Definition, Steuerklassen und Steuererklärung

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Neben den Sozialversicherungsbeiträgen ist die Einkommensteuer der größte Abzugsposten auf dem Lohnzettel. Doch was genau versteht man darunter? Wer muss sie zahlen, und in welcher Höhe? Wie nutze ich einen Freibetrag? Und wie bekomme ich Geld vom Finanzamt zurück? Alle Antworten in diesem Beitrag.

 

 

Zusammenfassung:

1. Definition: Einkommenssteuer

  • a. Abgrenzung zur Lohnsteuer

  • b. Wer muss die Einkommenssteuer zahlen?

2. Die 7 Einkunftsarten im Einkommensteuergesetz

3. Definition: zu versteuerndes Einkommen

  • a. Höhe und Berechnung der Steuer

4. Die 6 Steuerklassen

  • a. Weniger Steuern zahlen durch Freibeträge
  • b. Einkommensteuererklärung erklärt

5. Vorgehen bei der Einkommenssteuererklärung

 

 

1. Definition: Einkommenssteuer

 

Als Einkommensteuer bezeichnet man eine Steuer, die natürliche Personen – das sind Menschen die als Arbeitnehmer:innen oder Selbstständige tätig sind – an das Finanzamt zahlen müssen. Im Gegensatz dazu unterliegen juristische Personen – das sind Personenvereinigungen in Form von Unternehmen – der Körperschaftssteuer. Gesetzliche Grundlage ist das deutsche Einkommensteuergesetz. Die Einkommensteuer in Deutschland setzt sich aus sieben Einkunftsarten zusammen. Die Besteuerung erfolgt entsprechend der Höhe der Einkünfte des Steuerzahlers mit seinem individuellen Steuersatz auf Basis des zu versteuernden Einkommens.

 

 

Abgrenzung zur Lohnsteuer

 

Die Lohnsteuer wird lediglich auf Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit erhoben. Sie wird von Arbeitgebenden im Rahmen der monatlichen Gehaltszahlungen an das zuständige Finanzamt abgeführt. Zusammen mit der Lohnsteuer werden Arbeitnehmenden der Solidaritätszuschlag sowie bei einer Mitgliedschaft in der Kirche noch Kirchensteuer abgezogen. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 % der zu zahlenden Lohnsteuer. Der Kirchensteuersatz variiert je nach Bundesland zwischen 8 und 9 %.

 

 

Wer muss die Einkommenssteuer zahlen?

 

Einkommensteuerpflichtig sind alle Personen, die dauerhaft oder wenigstens sechs Monate lang in Deutschland wohnen. Dann fallen sie unter die unbeschränkte Einkommensteuerpflicht. Der beschränkten Steuerpflicht unterliegen Personen, die keinen Wohnsitz in Deutschland haben, aber in der Bundesrepublik Einkünfte erzielen. Voraussetzung ist jeweils, dass ihre jährlichen Gesamteinkünfte höher als 9.744 Euro bei Ledigen oder 19.488 Euro bei Verheirateten sind. Alle Beträge darunter zählen zum Grundfreibetrag. Zur Zahlung der Einkommensteuer verpflichtet sind außerdem Erwerbstätige, die mehreren Arbeitsverhältnissen nachgehen.

 

 

2. Die 7 Einkunftsarten im Einkommensteuergesetz

 

Wer regelmäßig Lohn oder Gehalt bezieht, verfügt möglicherweise über weitere Einkünfte, für die Steuern zu zahlen sind. Die folgenden sieben Einkunftsarten werden in Deutschland gezählt:

 

  1. Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit (Lohn eines Angestellten)
  2. Einnahmen aus Land- und Forstwirtschaft
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  4. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (Arbeitnehmer:in)
  5. Einnahmen aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  7. Sonstige Einkünfte

 

Als Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit gelten außer Löhnen und Gehältern noch Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld sowie unentgeltliche Zuwendungen des Arbeitgebenden. Einnahmen aus selbstständiger Arbeit erzielen Freiberufler:innen wie Ärzt:innen, Rechtsanwält:innen, Steuerberater:innen, Journalist:innen und Heilpraktiker:innen. Zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft gehören Selbige aus Gartenbau, Weinanbau, Tierzucht und Fischerei. Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen (Geldanlagen) zählen Zinsen, Dividenden und Gewinnausschüttungen. Sie unterliegen der Pauschalbesteuerung. Bezüge aus Vermietung und Verpachtung erzielt man, wenn man seine Immobilie vermietet oder sein Grundstück verpachtet. Vermietetes bewegliches Eigentum – z. B. Fahrzeuge – zählt hingegen nicht dazu. Einzelunternehmer:innen oder Personengesellschaften müssen ihre Erträge bei nachhaltiger Tätigkeit und vorliegender Gewinnerzielungsabsicht als Gewerbetrieb versteuern. Zu den „Sonstigen Einkünften“ rechnet man z. B. private Rentenbezüge und erhaltene Unterhaltszahlungen.

 

 

3. Definition: zu versteuerndes Einkommen

 

Das so genannte zu versteuernde Einkommen – welches nicht dem Bruttoeinkommen auf der Lohnabrechnung entspricht – ist die Berechnungsgrundlage für die später zu entrichtende Einkommensteuer. Es setzt sich aus der Summe aller jährlich erzielten Einkünfte aus den sieben Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes zusammen. Davon werden Freibeträge, Pauschbeträge und weitere abzugsfähige Ausgaben abgezogen, siehe folgende Übersicht.

 

 

Höhe und Berechnung der Steuer

 

Wie viel Einkommensteuer ein:e Arbeitnehmer:in zu entrichten hat, hängt neben der Höhe seiner/ihrer Bezüge von weiteren Faktoren ab. Maßgeblich ist der persönliche Steuersatz. Ab 9.744 Euro (Verheiratete: 19.488 Euro) gelten gestaffelte Steuersätze vom Eingangssteuersatz (14 %) bis zum Spitzensteuersatz (42 %). Für zu versteuernde Einkommen in Höhe von mehr als 250.000 Euro pro Person und Jahr werden 45 % – die so genannte Reichensteuer – fällig. Für die Berechnung spielen z. B. auch der Familienstand sowie die Anzahl der Kinder eine Rolle

 

 

Grundlage der Berechnung sind je nach Steuerklasse des Arbeitnehmenden die Grundtabelle oder die Splittingtabelle für die gemeinsame Veranlagung von Ehepartner:innen. Für alle Steuerklassen gelten unterschiedliche Freibeträge, die automatisch abgezogen werden. Diese haben ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Steuerlast. Das ermittelte zu versteuernde Einkommen wird schließlich mit dem persönlichen Steuersatz multipliziert. Vom errechneten Steuerbetrag werden dann noch bereits entrichtete Steuern und Vorauszahlungen abgezogen. Aus der Differenz ergibt sich dann eine Steuerrückerstattung oder Nachzahlung.

 

 

4. Die 6 Steuerklassen

 

Arbeitnehmende müssen ab einer bestimmten Lohn- / Gehaltshöhe Lohnsteuer bezahlen. Wie hoch diese ausfällt, hängt unter anderem von ihrer jeweiligen Lohnsteuerklasse ab. Hierzulande werden Arbeitnehmende in sechs Steuerklassen eingeteilt:

 

  • Steuerklasse I (Ledige, Geschiedene, Verwitwete)
  • Steuerklasse II (Alleinerziehende)
  • Steuerklassen III, IV, V (Verheiratete)
  • Steuerklasse VI (Personen mit mehreren Arbeitsverträgen)

 

Alle Lohnsteuerklassen sind mit unterschiedlich hohen Freibeträgen verbunden. Diese werden zum Abzug gebracht, bevor die Lohnsteuertabelle angewendet wird. Verheiratete haben bei der Steuerklasse ein Wahlrecht. Sie können sich zwischen den Kombinationen III/V und IV/IV entscheiden.

 

 

Weniger Steuern zahlen durch Freibeträge

 

Freibeträge sind betragliche Höchstgrenzen, bis zu der das Einkommen nicht versteuert werden muss. Sie wirken sich somit steuermindernd aus. Welcher Steuerfreibetrag hier genutzt werden kann, hängt von der individuellen Lebenssituation des Beschäftigten sowie der Steuerart ab. Der Grundfreibetrag gilt für alle Steuerzahlenden einheitlich. Er wird als nicht zu versteuerndes Existenzminimum betrachtet, und bei der Ermittlung der Einkommensteuer automatisch berücksichtigt. Andere Freibeträge richten sich in ihrer Höhe nach der entsprechenden Lohnsteuerklasse – wie z. B. der Kinderfreibetrag. Auch Werbungskosten sowie die Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung gehören dazu. Der Kinderfreibetrag kann anstelle des Kindergeldes gewählt werden. Arbeitnehmende müssen den in Zukunft beanspruchten Steuerfreibetrag zuvor beim zuständigen Finanzamt beantragen. Er wird dann auf der Steuerkarte eingetragen.

 

 

Einkommensteuererklärung erklärt

 

Im Rahmen der Einkommensteuererklärung erklärt der/die Steuerpflichtige dem Finanzamt einmal im Jahr die tatsächlichen Einkünfte. Zum Bruttoeinkommen des Arbeitnehmenden werden weitere Einkünfte hinzugezählt, sowie Freibeträge und weitere Ausgaben zum Abzug gebracht. Das daraus ermittelte zu versteuernde Einkommen wird mit dem persönlichen Steuersatz multipliziert. Hieraus wird die tatsächliche Steuerschuld ermittelt. Die Steuererklärung wird auch als Lohnsteuerjahresausgleich bezeichnet, da zu wenig geleistete Steuern nachgefordert, und zu viel gezahlte Gelder erstattet werden.

 

 

5. Vorgehen bei der Einkommenssteuererklärung

 

Arbeitnehmende füllen den obligatorischen Mantelbogen aus, in den sie ihre persönlichen Daten eintragen. Hinzu kommen die für sie infrage kommenden Anlagen. Für Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit (normale Arbeitnehmende) gilt z. B. die Anlage N. In der Anlage KAP werden Kapitalerträge, also Einnahmen aus Geldanlagen wie z. B. Zinsen, deklariert. Die Einkommensteuererklärung kann elektronisch (über das Elster-Portal) vom heimischen PC oder manuell erstellt werden. Die Finanzämter bevorzugen inzwischen die elektronische Übermittlung, akzeptieren jedoch nach wie vor die herkömmlichen Formulare in Papierform. Manche Verbraucher:innen oder Unternehmer:innen nutzen auch spezielle Steuersoftware, welche die benötigten Daten Schritt für Schritt abfragen. Wer sich gar nicht selbst mit seiner Steuererklärung beschäftigen möchte, kann auch einen Steuerberater beauftragen.

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