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Doppelte Buchführung und einhergehen Aufgaben erklärt

Doppelte Buchführung und einhergehen Aufgaben erklärt

Eine Methodik der Buchhaltung ist die doppelte Buchführung, auch Doppik genannt. Dabei wird jeder Geschäftsvorfall doppelt gebucht – auf Konto und Gegenkonto. Diese Buchung wird auch Soll- und Haben-Buchung genannt. Die doppelte Buchführung dient buchführungspflichtigen Unternehmen zur Gewinnermittlung durch Aufstellen von Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung (GuV) – also dem zweiteiligen Jahresabschluss.

 

 

Der Begriff Doppik bezeichnet – wie eben bereits aufgeführt – die doppelte Buchführung. Das gilt sowohl im kaufmännischen als auch im öffentlichen Bereich. Häufiger wird der Begriff jedoch in Verbindung mit der öffentlichen Verwaltung verwendet. Hier beschreibt er die Umstellung von der Kameralistik (bisherige Buchführung der öffentlichen Verwaltung) auf die doppelte Buchführung, die in der Privatwirtschaft üblich ist.

Doppik als Abkürzung für Verschiedenes

Da Doppik ein Kunstwort für die doppelte Buchführung ist, gibt es mehrere Varianten, um die Abkürzung aufzulösen. Doppik kann für „Doppelte Buchführung in Konten (Soll und Haben)“ und „Doppelte Buchführung in Kommunen“ stehen. Ebenso kann die Endung „ik“ in Doppik angelehnt an die Endung in Kameralistik stehen. Doppik kann auch von „Doppelte Buchführung und Logik“ hergeleitet werden.

Wie doppelte Buchführung funktioniert

Die doppelte Buchführung oder Doppik verbucht jeden Geschäftsvorfall auf dem entsprechenden Konto. Am Ende des Geschäftsjahres erfolgt der Abschluss der Kontenarten wie folgt:

 

Bestandskonten werden direkt über die Bilanz abgeschlossen. Erfolgskonten werden in der GuV abgeschlossen.
Das GuV-Konto ist wiederum ein Eigenkapitalkonto – der Abschluss findet also auf der Passivseite der Bilanz statt.

Aufgaben für Buchhalter:innen

Wer doppelte Buchführungen durchführt und dokumentiert, hat grundsätzlich drei Aufgabenschwerpunkte dabei:

 

  1. Die doppelte Buchführung an sich
    Diese Aufgabe bildet die Grundlage für den Jahresabschluss durch Aufstellen von Bilanz und GuV. Bei jedem Geschäftsvorfall sind stets mindestens zwei Konten betroffen: Konto und Gegenkonto. Das Buchungsprinzip der doppelten Buchführung lautet „Soll an Haben“. 

  2. Vermögensvergleich anhand Eröffnungs- und Schlussbilanz
    Ziel der doppelten Buchführung ist die Aufstellung der Bilanz. Sie ist ein Teil des Jahresabschlusses. Jedes Geschäftsjahr wird mit der Schlussbilanz abgeschlossen. Eine wichtige Grundlage ist dabei das Inventar. Die Schlussbilanz des vergangenen Geschäftsjahres ist gleichzeitig die Eröffnungsbilanz des Folgejahres.

  3. Unternehmenserfolg anhand Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
    Mithilfe der GuV wird der Gewinn (oder Verlust) eines Unternehmens ermittelt. Sie ist der zweite Teil des Jahresabschlusses und ein wichtiges Indiz für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Denn hier werden die Aufwendungen und Erträge eines Geschäftsjahres einander gegenübergestellt.

Wer muss doppelt Buch führen?

Die Buchführungspflicht und alle damit einhergehenden Anforderungen sind im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt. Nicht jedes Unternehmen ist zur doppelten Buchführung verpflichtet. Einige dürfen aufgrund ihrer Unternehmensform oder der erzielten Umsätze auch die einfache Buchhaltung in Form der Einnahmenüberschussrechnung anwenden.

 

Von der Pflicht zur doppelten Buchführung ausgenommen sind Freiberuflicher:innen, Selbstständige und Kleinunternehmer:innen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind. Für alle anderen Einzelunternehmer:innen und landwirtschaftlichen Betriebe gelten die Einkommensgrenzen: Wer weniger als 600.000 Euro Umsatz und 60.000 Euro Gewinn in einem Geschäftsjahr erzielt, muss keine doppelte Buchführung machen, sondern darf stattdessen die EÜR anwenden.

Pflicht zur doppelten Buchführung

Welche Unternehmen eine doppelte Buchführung vorweisen müssen, entscheiden bestimmte Kriterien. Ausschlaggebend sind vor allem folgende: 

 

  1. Die Unternehmensform bzw. Rechtsform
    Die Buchführungspflicht gilt für folgende Handelsgesellschaften: KG, OHG, AG, GmbH, GmbH & Co. KG.

  2. Der Eintrag im Handelsregister
    Die oben genannten Handelsgesellschaften müssen im Handelsregister eingetragen sein. Daneben können auch Selbstständige ihr Kleingewerbe ins Handelsregister eintragen lassen. Sobald sie dort verzeichnet sind, müssen auch sie eine doppelte Buchführung machen, selbst wenn sie sonst nicht dazu verpflichtet wären.

  3. Jahresumsatz und Jahresgewinn
    Alle Einzelunternehmen, die mehr als 600.000 Euro Umsatz bzw. über 60.000 Euro Gewinn pro Jahr erwirtschaften, müssen die doppelte Buchführung anwenden. Für landwirtschaftliche Betriebe gilt eine weitere Ausnahme. Hier spielt neben der Jahresgewinngrenze von 60.000 Euro außerdem der Wert der Nutzfläche eine Rolle. Dieser darf 25.000 Euro nicht überschreiten, um von der Buchführungspflicht befreit zu sein.

Warum kann die Doppik auch für Nicht-Buchführungspflichtige sinnvoll sein?

Obwohl viele Unternehmer:innen nicht dazu verpflichtet sind, kann die freiwillige doppelte Buchführung durchaus Vorteile haben. Die Doppik ist zwar wesentlich aufwendiger als die Einnahmenüberschussrechnung, sie gewährt aber auch tiefere Einblicke in die aktuelle Unternehmenslage.

 

Sie ermöglicht den Vergleich mit Vorjahreswerten und hilft maßgeblich dabei, fundierte, zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen. Die freiwillige doppelte Buchführung kann in folgenden Fällen sinnvoll sein:

 

  • Das Unternehmen befindet sich im Wachstum und wird die Einkommensgrenzen für die EÜR in absehbarer Zeit überschreiten.

  • Das Unternehmen erzielt hohe Umsätze, hat einen großen Kundenstamm und benötigt daher einen besseren Überblick über die aktuellen Unternehmenszahlen.

  • Das Unternehmen plant in der nächsten Zeit mit größeren Investitionen und ist auf Kredite und Investoren angewiesen.

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